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3.3. Biblische Theologie

Obwohl die pfingstliche Theologie bei der Frage der Geistestaufe aus den o.a. Gründen mit Lukas einsetzt, berücksichtigt sie im Sinne einer biblischen Theologie alle Aussagen des Alten sowie des Neuen Testamentes. Es ist nun natürlich nicht möglich an dieser Stelle die gesamte Entwicklung der Pneumatologie des AT und NT darzustellen. Besondere Betonung sollen hier diese Aspekte finden, die dazu geeignet sind die pfingstliche Position besser darzulegen.

3.3.1. Altes Testament

Schon Hermann Gunkel, Eduard Schweizer, David Hill und Gonzalo Haya-Prats haben darauf hingewiesen, dass Lukas mit seinem Geistverständnis als Geist der Prophetie und donum superadditum zur Ausrüstung für einen besonderen Dienst  in einer langen pneumatologischen Tradition stand, die ihre Wurzeln im Alten Testament hatte [28]. Der Geistbegabte im Alten Testament ist der Isch HaRuach (Hos 9,7). Der Ruach HaSchem kommt (zalach al) auf Saul und macht ihn zum Propheten
(1 Sam 10,6.10). Die Stärke des Simsons tritt somit zu Tage als der Ruach HaSchem auf ihn kommt (zalach al) (Richter 14,6.19; 15,14). Gott begabt Menschen durch seinen Geist für besondere Aufgaben. Die folgenden Leiter wurden in diesem Sinne durch den Geist Gottes für ihre Aufgabe besonders ausgerüstet: David (1 Sam 16,13), Otniel (Richter 3,10), Gideon (Richter 6,34), Jephthah (Richter 11,29), Saul
(1 Sam 11,6). 

Weiterhin hat schon Roger Stronstad darauf hingewiesen, dass der lukanische Sprachgebrauch in der Apostelgeschichte in gewisser Weise schon vorgeprägt war durch die Septuaginta. Den Ausdruck "mit dem Geist erfüllt werden" haben wir an vier Stellen in der Septuaginta (Ex 28,3; 31,3; 35,31; Deut 34,9) [29]. Dabei beschreibt der jeweilige Kontext ausnahmslos die besondere Begabung bzw. Befähigung des Menschen durch den Geist. Aufgrund dieses Sprachgebrauchs des Begabens für eine gewisse Aufgabe ergibt sich unschwer eine Verbindung zur Apostelgeschichte, die von einer Befähigung der Jünger zum Zeugendienst für Christus spricht (vgl. Apg 2,4). Weiterhin kommt dieser Ausdruck auch dreimal im Lukasevangelium vor, und auch dort jeweils in prophetischem Kontext (Lk 1,15-17; 1,41ff.; 1,67ff.) [30].  

3.3.2.   Neues Testament

Bevor wir auf die Schreiber des Neuen Testamentes eingehen ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass Lukas mit seinem Geistverständnis größtenteils auch mit dem Judentum seiner Zeit übereinstimmt, das dem Heiligen Geist m.E. ebenfalls keine soteriologische Bedeutung zuschrieb (Ausnahmen bildeten hierzu allerdings die Weisheit Salomos und die Hymnen von Qumran), sondern den Geist als eine Quelle prophetischer Inspiration sah, der dem Einzelnen zur Ausführung einer göttlich übertragenen Aufgabe als donum superadditum vermittelt wurde [31]. 
 
Im Kontext des Neuen Testamentes müssen wir Lukas für seinen pneumatologischen Ansatz ebenfalls eine weitgehende Übereinstimmung mit der Urgemeinde konstatieren, die dem Heiligen Geist vorwiegend charismatische Funktionen zuschrieb und nicht die soteriologische Integration in die Glaubensgemeinschaft [32]. 

Wer von diesem gängigen pneumatologischen Ansatz der Zeit des Neuen Testamentes und insbesondere der christlichen Urgemeinde aber beträchtlich abwich und ihn auch weiterentwickelt hat, war Paulus. Für ihn war der Geist die Kraft, die zunächst zum Glauben führt und dann auch die Grundlage für das gesamte Christenleben, einschließlich ethischer Aspekte, bildete. Dennoch steht die Pneumatologie des Lukas aber nicht im Widerspruch zu der des Paulus. Beide ergänzen sich im Sinne eines divergierenden Konsenses. Subsumierungsversuche der Pneumatologie des Lukas unter die des Paulus, oder umgekehrt, sind aber rigoros abzulehnen [33]. Es ist von größter Wichtigkeit, dass jeder Autor zunächst für sich alleine gehört wird, bevor irgendwelche Harmonisierungsversuche unternommen werden.

In seiner wichtigen Arbeit "Spirit-Baptism. A Pentecostal Alternative" hat Harold D. Hunter einen beachtlichen Vermittlungsversuch zwischen Lukas und Paulus vorgestellt.  Er kommt zu dem Schluss, dass auch Paulus nicht nur das Wirken des Heiligen Geistes in der Bekehrung, sondern auch ein von diesem Ereignis losgelöstes, sukzessives "charismatisches" Wirken des Heiligen Geistes betonte:   "es gibt ein Wirken des Geistes, das als "charismatisch" bezeichnet werden muss und sich von anderen Wirkungsweisen im Gläubigen (z.B.: Bekehrung) unterscheidet. Paulus kannte spektakuläre Gaben (1 Kor 12,8ff), die Fähigkeit Schwachheiten zu tragen (2 Kor 12,9), die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung (Röm 12,8), Opferbereitschaft (1 Kor  13,13), das Zölibat (1 Kor 7,7) und verschiedene andere Gaben (2 Tim 1,6f), während Lukas die Zungenrede (Apg 2,4; 10,46; 19,6), Prophetie (Apg 19,7) und Mission (Apg 2,14) betont [36]. Natürlich warnt Hunter vor einer Aufspaltung der grundsätzlichen Einheit des Erlösungsereignisses, aber er kommt dann eben doch nicht umhin zuzugestehen "that the charismatic work of the Spirit does not always become operative immediately in the life of the believer. Lukas (Apg 2,38) [37] und Paulus (1 Kor 12,13) scheinen eine anfängliche Erfahrung zu betonen, aber beide Schreiber (Apg 8,14-18; 9,17-19; Gal 4,6; Eph 1,13; vgl. Joh 4,14; 7,37-39) beschränken sich nicht auf eine Initialerfahrung. Hunter plädiert somit für eine Unterscheidung zwischen der Geistestaufe als Eingliederung in den Leib Christi bei der Bekehrung, wie wir es in 1 Kor 12,13a finden, und einer Geistestaufe gemäß den anderen sechs Stellen im Neuen Testament (deutlich miteinander verknüpft durch ein Verheißung-Erfüllungs-Muster), die sich deutlich auf ein charismatisches Wirken des Heiligen Geistes nach der Bekehrung beziehen. Nach Hunter besteht deshalb keine Diskrepanz zwischen Paulus und Lukas, er fordert vielmehr eine konsequente Unterscheidung zwischen dem Gebrauch des Begriffes "Geistestaufe", einmal als eine Beschreibung eines Aspektes der Bekehrung und Eingliederung in den Leib Christi, wie wir es in 1 Kor 12,13a finden, zum anderen aber  als Beschreibung eines sukzessiven charismatischen Wirkens des Heiligen Geistes.

Sowohl Lukas als auch Paulus, m.E. das gesamte Neue Testament und die Kirchengeschichte verwenden den Begriff "Geistestaufe" als Beschreibung beider Ereignisse. Es ist deshalb wichtig in einer Diskussion deutlich werden zu lassen welche Geistestaufe zur Debatte steht. Hunter betont deshalb auch, dass es sich mehr um ein semantisches als um ein theologisches Problem handelt. Zum Gebrauch der Terminologie "Geistestaufe" zur Zeit des Neuen Testamentes äußert sich Hunter allerdings sehr zurückhaltend:  "Es ist verschiedentlich vorgeschlagen worden die charismatische Dimension des Heiligen Geistes mit dem Begriff "Geistestaufe" zu belegen. Ich glaube aber nicht, dass die Schreiber des Neuen Testamentes -ausgenommen vielleicht Lukas (Lk 3,16; Apg  1,5; 11,16) - diesen Begriff verwandt haben. Dies heißt aber nicht diesen Begriff als "unbiblisch" abzutun, denn es gibt zumindest sechs Belegstellen für einen derartigen Gebrauch im Neuen Testament. Was ich damit sagen möchte ist, dass die ipsissima verba nicht als terminus technicus verwandt wurden, wie es heute in manchen Kreisen üblich ist. Zunächst denke ich dabei an diese Begriffsverwendung für die charismatische Dimension des Geistes, aber das Gleiche trifft auch auf eine  Begriffsverwendung für die Beschreibung der Einfügung in den Leib Christi zu [38].

Zu beachten ist hierbei evtl. auch ein Wandel des Begriffes bei der Entwicklung vom Urchristentum zum sakramentalen Christentum. Am Anfang hatten wir in neutestamentlicher Zeit die Erfahrung der Bekehrung und eine darauf folgende charismatische Begabung. Für beide Erfahrungen konnte, wie wir oben gesehen haben, der Begriff Geistestaufe verwandt werden. Die Festschreibung dieser Erfahrungen in der Zeit der Alten Kirche in den Sakramenten Taufe für Bekehrung und Salbung, Kommunion oder Konfirmation für die charismatische Begabung ließ die eigentliche Erfahrung in Vergessenheit geraten oder zumindest subsidiären Charakter annehmen. Es war deshalb bei einem Wiederaufbrechen der Erfahrungen charismatischer Begabungen für nichtsakramentale Kirchen viel einfacher zum ursprünglichen Geistestaufeverständnis zurückzukehren. Für die sakramentalen Kirchen hingegen war diese Rückkehr zur alten Begrifflichkeit nicht nur schwieriger; es musste darüber hinaus der Begriff Geistestaufe im Kontext sakramentaler Theologie interpretiert werden um einmal transparent und zum anderen auch treu der eigenen Tradition gegenüber bleiben zu können [39]. 

Auch Menzies, der eine Subsumierung der Pneumatologie des Lukas unter die des Paulus ablehnt, betont gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, dass die Sichtweisen des Paulus und Lukas konstruktiv miteinander verbunden werden können. Für Theologen mit starkem Harmonisierungsbedürfnis erwägt Menzies etwa eine Übereinstimmungsmöglichkeit was die prophetischen Gaben angeht (1 Kor 12,8-12). Die Geistestaufe des Lukas könnte in diesem Sinne als ein Tor zu dieser Gabengruppe des Paulus gesehen werden. Eine derartige Differenzierung könnte von Paulus intendiert sein in der Verwendung der zwei Begriffe charismata für Gaben im Allgemeinen und pneumatika für die prophetischen Gaben. Robert P. Menzies sieht somit auf der Ebene der Biblischen Theologie keinen Widerspruch zwischen der Pneumatologie des Paulus und des Lukas (und dem gesamten NT) [40]. Sogar bei der Lehre der Geistestaufe mit dem Zungenreden als erstem Zeichen erkennt er eine gewisse Übereinstimmung. Seine Ergebnisse stellt er in vier Thesen dar:

1. Es besteht kein Widerspruch zwischen der lukanischen und der paulinischen Pneumatologie oder etwa der Pneumatologie des Johannes [41].

2. Paulus betont, dass das persönliche Zungenreden auferbaut, dass es wünschenswert und auch für jede Person erhältlich sei: Nach 1 Kor 14,5 sollten alle in anderen Zungen reden [42].

3. Lukas betont, dass die Pfingstgabe der Zungenrede einzigartigen Zeichencharakter besitzt. Denn Zeichencharakter der Zungenrede bestätigt  auch Paulus (1 Kor 14,22).

4. Deshalb sollte man, wenn man die Pfingstgabe empfängt erwarten, dass man sie mit dem Zeichen der Zungenrede erhält [43].

Während es nun auf der einen Seite sicher nicht richtig wäre die Pneumatologie des Lukas unter Paulus, oder umgekehrt,  zu subsumieren, wäre es aber auch nicht richtig einfach zu behaupten, dass Lukas die Pneumatologie des Paulus, die umfassender ist und auch das Wirken des Geistes in der Erlösung betont, abgelehnt oder überhaupt nicht gekannt habe. Dem kann nicht zugestimmt werden. Auch wenn Lukas selbst dem Heiligen Geist nie expressis verbis soteriologische Bedeutung zuschrieb, wusste er sicher um diesen paulinischen Ansatz [44]. Da Paulus und Lukas viele Jahre zusammen gewirkt haben, ist sogar anzunehmen, dass sie bestimmte Aspekte ihrer Theologie gemeinsam entwickelt haben. Sowohl Paulus als auch Lukas waren vom Ansatz her Missionstheologen [45]. Ihr theologisches System haben sie weitgehend auf ihren Missionsreisen entwickelt. Hier dürfen wir einen ähnlichen Ansatz erwarten. Auf der anderen Seite ist ihre Theologie aber auch die Summe von Antworten, die sie zu verschiedenen Situationen während ihres Lebens im Dienste der Mission gegeben haben (Situationstheologie). Hier dürfen wir situationsbedingt Unterschiede erwarten. Als Missionstheologen treffen wir sie bei ihren Missionsreisen gemeinsam agierend in großer Übereinstimmung an. Als Situationstheologen hingegen, sehen wir  Unterschiede, dass sie getrennt agierend, in verschiedene Lebenssituationen ihre theologischen Ratschläge hineingesprochen haben.

Die Übereinstimmungen im Bereich ihrer Missionstheologie sind offensichtlich. Für Lukas war die Urgemeinde ein Abbild des Volkes Israel, die von Zion in Jerusalem ausgesandt worden war, um das Wort Gottes den Nationen (insbesondere auch in Rom) zu verkündigen. Die Erfüllung mit dem Geist war die Ausrüstung der Urgemeinde für diese Aufgabe. Ziel war es die Heiden zu erreichen und zusammen mit Israel für das Ende vorzubereiten. Das Missionsprogramm des Paulus war beinahe identisch. Von Jerusalem aus wollte er in der Kraft des Heiligen Geistes seine Mission bis an das Ende der damals bekannten Welt (insbesondere von Rom aus) vorantreiben, damit die Heiden miteingegliedert würden in den Olivenbaum vor der Wiederbringung aller Dinge. Als Situationstheologen unterscheiden sich Lukas und Paulus aber deutlich, weil sie in der Formulierung ihrer Aussagen sehr stark von ihrer jeweiligen Situation (Sitz im Leben) beeinflusst waren. Paulus versuchte z.B. in Korinth charismatische Aspekte herunterzuspielen, weil er in eine Situation hineinsprach, in der die Gefahr der emotionalen Überschwänglichkeit und des religiösen Fanatismus bestand. Lukas dagegen, als ein Theologe der zweiten Generation, hatte sich in seiner Zeit schon mit einem Rückgang des Missionsenthusiasmus und der Gefahr des Sakramentalismus auseinander zu setzen. Deshalb betont er den prophetischen und missionarischen Aspekt seiner Theologie. Wir sehen somit, dass obwohl beide eigentlich von ihrer Persönlichkeit und Lebenserfahrung her Missionstheologen waren, ihre situationstheologischen Aussagen, z.B. im Bereich der Pneumatologie, gänzlich verschiedene Akzente setzen können.

Auch bei Johannes haben wir zumindest andeutungsweise eine zweistufige Pneumatologie. Diese Ambivalenz wird insbesondere deutlich an der schwierigen Stelle Johannes 20,22. Auf der einen Seite spendet hier Jesus den Jüngern den Heiligen Geist noch während seines Dienstes auf Erden (Joh 20,22), während auf der anderen Seite der Paraklet aber erst nach seinem Weggehen aktiv werden (Joh 16,7) soll. Schon die verschiedenen Erklärungsversuche zum Kommen des Geistes in Johannes 20,22 allein implizieren pneumatologische Mehrstufigkeit. Nur vier verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu dieser Stelle sollen hier erwähnt werden [46]:

1. Die Wiedergeburt der Jünger (Dunn)
2. Eine besondere Ausrüstung zur Sündenvergebung (Windisch)
3. Eine Antizipierung der Geistesausgießung an Pfingsten (Horton)
4. Das Pfingsten des Johannes (Brown)

Es ist somit auch bei Johannes sehr wohl möglich auf der einen Seite soteriologische Aktivitäten des Geistes (z.B. Joh 3) zu konstatieren, während eine besondere Geistesausgießung zur Ausrüstung für die bevorstehende Aufgaben erst nach dem Weggehen Jesu erwartet wird (Joh 1,33; 16,7; 14-16).


28 Hermann Gunkel. Die Wirkungen des heiligen Geistes nach der populären Anschauung der apostolischen Zeit und nach der Lehre des Apostels Paulus. Göttingen, 1988; Eduard Schweizer, Pneuma. TDNT, VI, S. 389-455; David Hill, Greek Words and Hebrew Meanings: Studies in the Semantics of Soteriological Terms. Cambridge, 1967; Gonzalo Haya-Prats, L'Esprit force de l'église : Sa nature et son activité d'après les Actes des Apôtres. Paris, 1975.

29 Vgl. auch Sirach 48,12; weiterhin haben wir neben den o.a. Stellen mit pimplanai und Komposita in Richter 6,34, 1 Chron 12,18 und 2 Chron 24,20, das gleiche Konzept mit dyein und Komposita.

30 Roger Stronstad, A Review Essay of Gordon D. Fee, Gospel and Spirit, S. 220-21.

31 Robert P. Menzies, Empowered for Witness, S. 48-102; William und Robert Menzies, Pfingsten und die Geistesgaben, S. 136.

32 Hermann Gunkel. Die Wirkungen des heiligen Geistes nach der populären Anschauung der apostolischen Zeit und nach der Lehre des Apostels Paulus. Göttingen, 1988; Eduard Schweizer, Pneuma. TDNT, VI, S. 389-455

33 Gegen James D.G. Dunn, Baptism in the Holy Spirit: A Re-examination of the New Testament Teaching on the Gift of the Spirit in Relation to Pentecostalism. London, 1970.

34 Harold D. Hunter, Spirit-Baptism.

35 Harold D. Hunter, Spirit-Baptism, S. 53. Als Belegstellen werden besonders Gal 4,6 und Eph 1,13 angegeben  (vgl. ähnlich auch Dunn: Tit 3,5.6).

36 Harold D. Hunter, Spirit-Baptism, S. 282.

37 Die offensichtliche Schwäche der Argumentationsweise Hunters ist natürlich die Tatsache, dass Lukas in Apg 2,38 vermutlich wieder von einem sukzessiven Wirken des Geistes spricht. Auf der anderen Seite können wir Hunter aber uneingeschränkt zustimmen, dass nicht nur Lukas, sondern auch Paulus ein Wirken des Heiligen Geistes nach der Bekehrung betont. Unter Pfingsttheologen ist die Frage umstritten, ob Lukas den Geist nur wirksam sieht als donum superadditum (Einstufige lukanische Pneumatologie: Menzies, Stronstad, Penney, Shelton, et al.) oder auch im soteriologischen Sinne (Zweistufige lukanische Pneumatologie: Arrington, Ervin, Williams, et al.)

38 Harold D. Hunter, Spirit-Baptism, S. 283.

39 Kilian McDonnel and George T. Montague, Christian Initiation and Baptism in the Holy Spirit. Evidence from the First Eight Centuries. Collegeville, 1991.

40 William und Robert Menzies, Pfingsten und die Geistesgaben, S. 206-210.

41 Vgl. John Michael Penney, The Missionary Emphasis, S. 123.

42 William und Robert Menzies, Pfingsten und die Geistesgaben, S. 140f.

43 Robert P. Menzies, "Evidential Tongues: An Essay on Theological Method", Asian Journal of Pentecostal Studies 1/2 (1998), S. 120.

44 Zumindest beim Empfängnis (Lk 1,35) und der Taufe (Lk 3,21-22) schreibt selbst Lukas dem Geist im Leben Jesu andeutungsweise soteriologische Funktionen zu. Vgl. C.-J. Thornton, Der Zeuge des Zeugen: Lukas als Historiker der Paulusreisen. Tübingen, 1991; S.E. Porter, The Paul of Acts. Tübingen, 1999.

45 Barker, Glenn W., Lane, William L. und J. Ramsey Michaels. The New Testament Speaks, New York, 1969, S. 148ff. Es wäre sicher auch einmal interessant zu untersuchen zu welchem Ausmaß die "peripatetische Schule" Jesu das Missionsverständnis der Apostel und auch von Paulus und Lukas beeinflusst hat, vgl. David Wenham, Paul: Follower of Jesus or Founder of Christianity? Grand Rapids, 1995. Mit Jesus und seinen Jüngern, Paulus und Lukas, Luther und Spener wollen wir als evangelikale Gläubige stets betonen, dass Theologie nicht nur Schreibtischarbeit ist als theologia doctrinalis, sondern auch theologia experimentalis ausgelebt im Leben, in der Diakonie, in der Evangelisation und in der Gemeindegründungsarbeit.

46 John Christopher Thomas, "The Spirit in the Fourth Gospel: Narrative Explorations", in: The Spirit and the Mind, Terry L. Cross und Emerson B. Powery, Hg., Lanham: University Press of America, 2000, S. 87-104.

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