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Dr. Paul Schmidgall ist Rektor des Europäischen Theologischen Seminars in Freudenstadt-Kniebis und unterrichtet Griechisch, Hebräisch und Neues Testament.


1. Verständnisweisen zum Begriff "Geistestaufe"

Die Bedeutung des Begriffes "Geistestaufe" ist umstritten [1].  Ausgehend von den sieben neutestamentlichen Erwähnungen der Geistestaufe, oder wie die eigentliche Formulierung in der Verbform lautet, "mit dem Heiligen Geist getauft werden," gibt es zwei vorherrschende  Verständnisweisen, die sich dadurch unterscheiden, dass entweder Paulus oder Lukas den Vorzug erhält. Diese Polarisierung ist leicht verständlich angesichts der Tatsache, dass fünf der sieben Erwähnungen der Geistestaufe prophetisch (Mt 3,11; Mk 1,8; Lk 3,16; Joh 1,33; Apg 1,5) und für ihr Verstehen wenig hilfreich sind. Als eigentlich wichtige Stellen für das Verständnis des Begriffes verbleiben somit nur eine Stelle bei Paulus (1 Kor 12,13a) und eine bei Lukas (Apg 11,16). Paulus spricht dabei von der Eingliederung der Gläubigen in den Leib Christi: "Denn gleichwie ein Leib ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes, wiewohl ihrer viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Unfreie oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt" (1 Kor 12,12-13). Lukas dagegen berichtet von einer besonderen Erfahrung des Geistempfangs: "Indem aber ich anfing zu reden, fiel der heilige Geist auf sie gleichwie auf uns am ersten Anfang. Da dachte ich an das Wort des Herrn, als er sagte, Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden" (Apg 11,15-16). Vertreter des paulinischen Ansatzes bringen somit den Begriff "Geistestaufe"  in Verbindung mit dem Erlebnis der Bekehrung, d.h. dem Zeitpunkt der Eingliederung in den Leib Christi, während die Vertreter des lukanischen Ansatzes betonen, dass die Geistestaufe ein von der Bekehrung und Taufe zu unterscheidendes und i.d.R. nachfolgendes Erlebnis sei. Ausgehend von diesen beiden theologischen Ansätzen kann man heute zum Thema "Geistestaufe" die folgenden beiden Positionen unterscheiden:

1.1. Charismatischer Ansatz

In der charismatischen Bewegung wird die Wichtigkeit des Heiligen Geistes im Leben des Gläubigen und in der Kirche betont. Die eigentliche Geisteserfahrung  unterscheidet sich dabei kaum vom pfingstlichen Erfahrungshorizont. Die theologische Deutung ist aber i.d.R. grundverschieden. Charismatische Theologen sehen die Geistestaufe i.d.R. als einen Aspekt der Heilserfahrung und betonen dabei im paulinischen Sinne die Eingliederung in den Leib Christi. Dabei kann eine Initialerfahrung (Bekehrung,Taufe) dann in weiteren Geisteserfahrungen (Empfang von Geistesgaben, Kommunion, Konfirmation) vertieft werden. Einige charismatische Theologen verknüpfen dabei das Kommen des Geistes bewusst sakramental mit der Taufe, der Kommunion oder Konfirmation, wieder andere sehen diese Erfahrungen völlig losgelöst und unabhängig von sakramentalen Kairoi. Geistestaufe meint somit das Kommen des Geistes in einer soteriologischen Initialerfahrung. Evtl. nachfolgende Geisteserfahrungen werden dann unter dieser Initialerfahrung subsumiert. Die Geistestaufe wird nicht als eine zweite Erfahrung nach der Bekehrung zum Zwecke der Heiligung (Heiligungsbewegung) oder der Ausrüstung zum geistlichen Dienst (Pfingstbewegung) verstanden. Charismatische Theologen sehen i.d.R. auch nicht das Reden in anderen Sprachen als das anfängliche Zeichen der Geistestaufe. Vertreter dieser Position sind aber nicht nur charismatische Gläubige, sondern auch evangelikale Gläubige, sofern sie die Möglichkeit des Auftretens von Geistesgaben in unserer Zeit nicht gänzlich ablehnen [2].  Selbst Mitglieder der traditionellen Pfingstkirchen (Mülheimer Verband) haben diese Position vertreten [3].

1.2. Pfingstlicher Ansatz  

In der klassischen Pfingstbewegung meint die "Geistestaufe" eine zweite Erfahrung nach der Bekehrung zur besonderen Befähigung zum geistlichen Dienst, ausgewiesen durch das Zeichen des Redens in anderen Sprachen: "Das Reden in anderen Sprachen, wie sie der Heilige Geist gibt auszusprechen, ist das erste Zeichen der Taufe mit dem Heiligen Geist", so lautet die Formulierung in einem der ältesten pfingstlichen Glaubensbekenntnissen, das als eine Sammlung von Lehrgrundsätzen bis in das Jahr 1911 zurückdatiert werden kann [4]. Dieses Verständnis der Geistestaufe geht zurück auf die Erweckung zu Beginn des Jahres 1901 an der Bethel Bible School in Topeka, Kansas. Der Leiter dieser Bibelschule, Charles Fox Parham (1873-1929), betrachtete nach intensivem Studium der Apostelgeschichte die Zungenrede als Erkennungsmerkmal für die Geistestaufe.

Auf Grund dieser Überzeugung suchten er und seine Schüler die Erfahrung der Geistestaufe mit dem Zeichen der Zungenrede. Ab Januar 1901 erlebten Parham und einige seiner Schüler die Taufe im Heiligen Geist mit den erwarteten Begleiterscheinungen. Die Geistestauflehre Parhams wurde auch von seinem Schüler, William Joseph Seymour (1870-1922), in der Azusa-Street Erweckung (Los Angeles) von 1906 vertreten, danach von Charles Harrison Mason, dem späteren Leiter der Church of God in Christ, William H. Durham, dem Avantgarden der Assemblies of God, Ambrose Jessup Tomlinson, dem späteren Generalvorsteher der Church of God (Gemeinde Gottes), und anderen Leitern der Pfingstbewegung und in die alten Glaubensbekenntnisse der verschiedensten Pfingstkirchen eingearbeitet [5].  

Zusammenfassend sehen wir, dass in Pfingstkreisen der lukanische Ansatz vertreten, in charismatischen und evangelikalen Kreisen aber Paulus bevorzugt wird. Eine Vermittlung wäre wünschenswert [6].  Da es im Moment aber noch keine befriedigende theologische Lösung zu diesem Problem gibt, dürfen sich Pfingstgläubige und Angehörige der charismatischen Bewegung im Sinne eines divergierenden Konsenses als Schwestern und Brüder begegnen. Paulus und Lukas haben uns darin ja ein vorzügliches Beispiel gegeben. Im Folgenden wollen wir die Position der Pfingstbewegung zur Geistestaufe  im Detail darlegen. Dabei soll nach einer kurzen Darstellung der traditionellen Position besonderes Augenmerk auf die neueren theologischen Beiträge zu dieser Thematik gelegt werden.

2. Der traditionelle pfingstliche Ansatz 

Der Begriff "Geistestaufe" ist gemäß dem klassisch-pfingstlichen Ansatz mit Inhalt zu füllen von Apg 11,16 her. Zunächst bezieht sich diese Stelle zurück auf Apg 1,5 und alle anderen Stellen in den Evangelien, die die Geistestaufe verheißen. Eine derartige Verknüpfung der Aussagen bezüglich der Geistestaufe, insbesondere nach dem Verheißung-Erfüllungs-Muster finden wir nur bei Lukas, nicht aber bei Paulus. Sechs Stellen sind also deutlich miteinander verbunden. Dies lässt 1 Kor 12,13a für sich alleine stehen, wie es Hunter richtig erkannt hat [7].  Weiterhin können ausgehend von Apg 11,16 über Apg 11,15 im Analogieverfahren fünf weitere Ereignisse (Apg 2,1-4; 8,14-25; 9,17-19; 10,44-48; 19,1-10) der Erfahrung der Geistestaufe zugeordnet werden. Selbst wenn sich dabei die Terminologie leicht unterscheidet (z.B. Geisterfüllung, Geistempfang, Geistesausgießung, Kommen des Heiligen Geistes) geht es doch deutlich um das gleiche Ereignis [8]. 

Bibelstelle     Lokalität          Terminologie             Beweis
Apg 2,4           Jerusalem         Geisterfüllung              Zungenrede
Apg 8,17         Samarien          Geistempfang              Sichtbares Zeichen
Apg 9,17         Damaskus        Geisterfüllung              (1 Kor 14,18)
Apg 10,46       Caesarea          Geistesausgießung      Zungenrede
Apg 19,6         Ephesus           Kommen des Geistes  Zungenrede, Prophetie

Da bei diesen fünf Ereignissen der Geistestaufe die Zungenrede zumindest mittelbar eine Rolle spielte, wird sie von der Pfingstbewegung als "das erste Zeichen der Geistestaufe" angesehen [9]. 

David Petts in seiner Arbeit über den Heiligen Geist beschränkt seine Ausführungen zur Geistestaufe auf die drei Stellen Apg 2,1-4; 10,44-46, 19,1-7, die expressis verbis das Zungenreden als erstes Zeichen angeben [10].  Bei Apg 2,1-4 betont er zudem, dass, obwohl es vor der Ausgießung des Heiligen Geistes Wind- und Feuerzeichen gab, das einzige Zeichen nach der Erfüllung mit dem Geist das Reden in anderen Zungen war. Bei Apg 19,1-7 macht er darauf aufmerksam, dass, obwohl Zungenrede und Prophetie erwähnt werden im Text, die Zungenrede der Prophetie als erstes Zeichen vorausging.  Abschließend kommt Petts zu dem Ergebnis, dass Lukas von 150 Geistestaufen (angenommene Anzahl von Teilnehmern bei den obigen drei Ereignissen) berichtet, bei denen die Zungenrede als erstes Zeichen der Geistestaufe ersichtlich war. 

Die schwierige Frage in 1 Kor 12,30 "Reden alle in Zungen?", die eine negative Antwort erwartet und von verschiedenen Pfingstgläubigen so verstanden wurde, dass hier nicht von einem Zungenreden als Zeichen (das für alle Gläubige ist), sondern einem Zungenreden als Gabe (das nicht für alle Gläubige ist) die Rede sei, interpretiert Petts als eine Aussage, die im Kontext einer öffentlichen Versammlung zu verstehen ist. Es geht dabei nicht um uneingeschränkte private Zungenrede, sondern um die Zungenrede im Kontext des Gemeindegottesdienstes, bei deren Anwendung gewisse Handhabungsregeln zu beachten sind. Paulus wünscht zwar das Vorhandensein aller Gaben in einer Gemeinde, auf der anderen Seite betont er aber auch gewisse Regeln bei deren Anwendung im Gemeindekontext.

3. Der pfingstliche Ansatz im Kontext der Theologie

Der traditionelle pfingstliche Ansatz war für Vertreter anderer theologischer Traditionen nicht immer verständlich [11].  Deshalb haben verschiedene pfingstliche Theologen während den letzten Jahrzehnten ihren Ansatz gemäß der allgemein gängigen hermeneutischen Prinzipien erläutert. Im englischsprachigen Raum war dies nötig um mit der protestantisch-evangelikalen Theologie in einen fruchtbaren Dialog treten zu können. Im deutschsprachigen Raum haben bisher hauptsächlich Vertreter der charismatischen Bewegung das Thema "Geistestaufe" theologisch aufgearbeitet und dabei i.d.R. den paulinischen Ansatz vertreten [12]. Deshalb ist es von größter Wichtigkeit, dass nun auch die pfingstliche Position gemäß gängiger hermeneutischer Prinzipien dargestellt wird, damit auch der lukanische Ansatz Beachtung finden kann und eine ausgewogenere Darstellung dieser Thematik erfolgt. Für deutsche Pfingsttheologen bedeutet dies den Vollzug eines Paradigmenwechsels, der aber unumgänglich ist, denn so wie in Amerika die Gefahr bestand, dass die pfingstliche Theologie vom nichtpfingstlichen Evangelikalismus verdrängt wird, haben wir in Deutschland und Europa die Gefahr, dass die pfingstliche Sicht unter dem charismatischen Ansatz subsumiert wird [13]. In diesem Sinne soll im Folgenden das Thema "Geistestaufe" aus pfingstlicher Sicht nach den gängigen hermeneutischen Prinzipien erläutert werden, d.h., Darstellung der Beiträge der biblischen Einzelautoren, gefolgt von biblisch theologischen und systematisch theologischen  Erwägungen. Dabei sollen  insbesondere die folgenden Themenbereiche angesprochen werden:

  • 3.1. Die Bedeutung narrativer Theologie
  • 3.2. Lukanische Pneumatologie
  • 3.3. Biblische Theologie
  • 3.4. Systematische Theologie

3.1. Die Bedeutung narrativer Theologie

Verschiedene evangelikale Theologen vertreten die Position, dass narrative oder geschichtliche Texte nicht zur Formulierung eines Dogmas verwandt werden sollten [14]. Nur lehrhafte Texte sollten für die Ausformung eines Dogmas in Erwägung gezogen werden. William und Robert Menzies, zwei bedeutende Pfingsttheologen, sehen in dieser Engführung eine Reaktion des Evangelikalismus auf das Anliegen der Redaktionsgeschichte, welche die theologische Kreativität der neutestamentlichen Autoren betont hatte, sowie die Gefahr der Schaffung eines Kanons im Kanon [15]. Die Bevorzugung dogmatischer Aussagen  über historische Passagen ist nicht im Sinne neutestamentlicher Hermeneutik. Paulus selbst hat nie diese Unterscheidung getroffen, sondern bestand darauf: "Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre (2 Tim 3, 16-17)". An anderer Stelle betont er: "Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben (Röm 15,4)." Wenn nun schon Paulus betont, dass auch die historischen Teile des Alten Testamentes zur Lehre für die Gläubigen des Neuen Testamentes gedacht waren (vgl. 1 Kor 10,11), dann wäre es sicherlich überraschend, wenn Lukas, der sein Evangelium im Sinne alttestamentlicher Historiographie verfasste, nicht didaktische Anliegen für die Gläubigen seiner Tage in seine Erzählungen einbezogen hätte [16]. Hengel betont sogar, dass alle Evangelisten nicht nur historische sondern auch theologische Anliegen bei der Abfassung der Evangelien im Blick hatten [17]. Lukas hatte nicht nur ein historisches Anliegen bei der Abfassung seines Doppelwerkes, sondern auch eine dezidierte theologische Absicht [18]. Deshalb sind auch die narrativen Teile des Lukasevangeliums wichtige Quellen für das Verständnis seiner Pneumatologie. Sämtliche Berichte des Lukas müssen somit für das Verständnis seiner Pneumatologie herangezogen werden und sind relevant und bedeutsam für die religiösen Erfahrung der Gläubigen des ersten Jahrhunderts sowie auch für unsere Zeit [19].

3.2. Lukanische Pneumatologie

Pfingsttheologen beginnen ihre Ausführungen zur Geistestaufe i.d.R. mit Lukas. Dies hat einmal damit zu tun, dass sie sich deutlich mit der Theologie des Lukas identifizieren, neuerdings aber auch insbesondere damit, dass in Fragen der Pneumatologie der paulinische Ansatz bevorzugt und Lukas nicht genügend zu diesem Thema gehört wird [20]. Dagegen haben Stronstad und Menzies verschiedentlich betont, dass Lukas ausschließlich die prophetische und charismatische Dimension des Heiligen Geistes betont hat, und ihn nicht in Verbindung bringt mit der Erlösung oder Bekehrung.  Insbesondere Apg 8,12-15 zeigt deutlich, dass Lukas dem Heiligen Geist keine soteriologische Funktion zuschreibt [22]. Die Samaritaner glaubten zunächst der Predigt des Philippus und wurden getauft (V. 12), den Heiligen Geist empfingen sie aber erst einige Zeit später (V. 15-17). Da Lukas die Samaritaner für Christen (d.h. für bekehrt) hielt, bevor sie den Heiligen Geist empfangen haben, kann man schwerlich behaupten, er habe den Heiligen Geist verstanden als 'das Eine, das einen Menschen zum Christen macht' [23]. Nach Lukas erhielt der Gläubige den Heiligen Geist nicht als Teil der Erlösung, zur Bestätigung des Bundesschlusses oder zum Zwecke der Heiligung, sondern als ein prophetisches donum superadditum, das ihn befähigte in der Gemeinde missionarisch tätig zu werden [24]. Dabei wurde der Geistempfang insbesondere auch als ein donum superadditum für den Dienst am Nächsten gesehen [25]. Nach Lukas war die Gemeinschaft der Gläubigen also eine prophetische Gemeinschaft ausgerüstet mit dem Heiligen Geist zum missionarischen Dienst [26]. Als "Beweise" für die Geistestaufe finden wir bei Lukas drei Dinge: Zungenrede, Prophetie oder sichtbare Zeichen [27].


1 Asa Mahan, The Baptism of the Holy Ghost. New York, 1870; Werner Skibstedt, Die Geistestaufe im Licht der Bibel. Heilbronn, 1946; Jonathan Paul, Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Ein Zeugnis von der Taufe mit dem Heiligen Geist und Feuer. Altdorf, 1956; R.A. Torrey, Die Taufe mit dem Heiligen Geist. Leonberg, 1962; James D.G. Dunn, Baptism in the Holy Spirit. London: SCM, 1970; Lucida Schmieder, Geisttaufe. Ein Beitrag zur neueren Glaubensgeschichte. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 1982; Reinhold Ulonska, Geistesgaben in Lehre und Praxis. Erzhausen, 1983; Harold D. Hunter, Spirit-Baptism. A Pentecostal Alternative. New York: University Press of America, 1983; G.D. Fee, "Baptism in the Holy Spirit: The Issue of Separability and Subsequence", Pneuma 7(1985)87-99; Howard M. Ervin, Spirit Baptism. A Biblical Investigation. Peabody: Hendrickson, 1987; H.I. Lederle, Treasures Old and New: Interpretations of 'Spirit-Baptism' in the Charismatic Renewal Movement. Peabody: Hendrickson, 1988; Siegfried Großmann, Der Geist ist Leben. Wuppertal, 1991; Gary B. McGee, Hg., Initial Evidence. Historical and Biblical Perspectives on the Pentecostal Doctrine of Spirit Baptism. Peabody: Hendrickson, 1991; Paul Schmidgall, Die Lehre der Geistestaufe. Urbach, 2002. Anhänger der Pfingstbewegung verwenden i.d.R. den Begriff "Geistestaufe", im Kontext der charismatischen Bewegung wird bisweilen der Begriff "Geisttaufe" vorgezogen.

2 Max Turner, "The Charismatic Movement and the Church - Conflict or Renewal?" European Journal of Theology 10(2001)49-66.

3 Dirk Spornhauer, Die Charismatische Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Münster: Lit Verlag, 2001.

4 Artikel 9 des Glaubensbekenntnises der Gemeinde Gottes, in: Gemeinde Gottes, Hg., Lehre, Bekenntnis, Aufbau der Freikirche Gemeinde Gottes. Urbach, 1999.

5 Die Formulierung im Apostolic Faith Magazin (Sept. 1906) der Azusa-Street Erweckung (Seymour) lautet: "The Baptism with the Holy Ghost is a gift of power upon the sanctified life; so when we get it, we have the same evidence as the Disciples received on the Day of Pentecost (Acts 2.3,4), in speaking in new tongues. Die ersten Lehrgrundsätze der Church of God (Gemeinde Gottes), die später in ein Glaubensbekenntnis eingearbeitet wurden, und schon im Jahre 1911 ratifiziert worden waren, lauten: "(We believe) in speaking with other tongues as the Spirit gives utterance, and that it is the initial evidence of the baptism of the Holy Ghost." Die ersten Lehrgrundsätze der Assemblies of God aus dem Jahre 1916 lesen: "The Baptism of believers in the Holy Ghost is witnessed by the initial physical sign of speaking with other tongues as the Spirit of God gives them utterance (Acts 2.4). The speaking in tongues in this instance is the same in essence as the gift of tongues (1. Cor. 12.4-10, 28) but different in purpose and use." Alle Texte bei Walter J. Hollenweger, The Pentecostals, Minneapolis, 1972, S. 513-21.

6 Gary B. McGee, Hg., Initial Evidence; Harold D. Hunter, Spirit-Baptism.

7 Hunter schlägt dann aber vor 1 Kor 12, 13b im Analogieverfahren lukanisch zu verstehen, Harold D. Hunter, Spirit-Baptism, S. 41f. Weiterhin gibt es natürlich auch Harmonisierungsversuche, die 1 Kor 12,13 insgesamt lukanisch lesen, Howard M. Ervin, Spirit Baptism, S. 28ff.

8 Es erscheint aber nicht unbedingt ratsam, wie es in manchen pfingstlichen Grundtexten gehandhabt wird, Apg 2,4 als Belegtext für die Geistestaufe anzugeben, da diese Stelle die Geistestaufe nicht expressis verbis erwähnt und nur über eine analogia fidei mit derselben zu verknüpfen ist. Eine konsequente hermeneutische Vorgehensweise sollte eine derartige Ambivalenz vermeiden.
9 Vgl. Guy P. Duffield und Nathaniel M. VanCleave, Grundlagen pfingstlicher Theologie, Solingen, 2003, S. 331-438.

10 David Petts, The Holy Spirit. An Introduction, Mattersey Hall, 1998, S. 72-78. Die selektive Berücksichtigung von nur drei der fünf relevanten Passagen ist natürlich als hermeneutisch tendenziös einzustufen.

11 Das Adjektiv von Pfingsten ist "pfingstlich" (Duden). Im Rahmen der Pfingstbewegung wird es auch dem Adjektiv "pfingstlerisch" deshalb vorgezogen, weil es nicht den negativen Beiklang des letzteren hat.

12 Vgl. Lucida Schmieder, Geisttaufe; Siegfried Großmann, Der Geist ist Leben.

13 Vgl. hierzu Colin Dye, "Are Pentecostals Pentecostal? A revisit to the doctrine of Pentecost," JEPTA XIX (1999), S. 56-80. Wobei eine gegenseitige Beeinflussung und Befruchtung eigentlich als positiv zu bewerten ist, vgl. Oskar Föller, Charisma und Unterscheidung. Wuppertal, 1994; Peter Zimmerling, Die charismatischen Bewegungen. Göttingen, 2001; Dirk Spornhauer, Die Charismatische Bewegung.

14 Cf. John R.W. Stott, The Baptism and Fullness of the Holy Spirit, Downers Grove: Inter-Varsity Press, 1964, S. 18: "... revelation of the purpose of God in Scripture should be sought in its didactic, rather than its historical parts."

15  William und Robert Menzies, Pfingsten und die Geistesgaben. Ein theologischer Brückenschlag zwischen Pfingstbewegung und Evangelikalen. Erzhausen, 2001.

16 Roger Stronstad, The Charismatic Theology of St. Luke, S. 7; I. Howard Marshall, Luke: Historian and Theologian, Contemporary Evangelical Perspectives. Grand Rapids: Zondervan, 1970, S. 56.
17 Martin Hengel, Zur urchristlichen Geschichtsschreibung. Stuttgart, 1979.

18 Vgl. Hans Conzelmann, Die Mitte der Zeit. Studien zur Theologie des Lukas. Tübingen, 1954; I. Howard Marshall, Luke: Historian and Theologian, Contemporary Evangelical Perspectives. Grand Rapids: Zondervan, 1970.

19  Roger Stronstad, The Charismatic Theology of St. Luke, S. 9.

20 Vgl. dazu Robert P. Menzies, Empowered for Witness: The Spirit in Luke-Acts (Sheffield, 1994), S. 18-44; Lucida Schmieder, Geisttaufe; Harold D. Hunter, Spirit-Baptism.

21 Roger Stronstad, The Charismatic Theology of St. Luke und Robert P. Menzies, Empowered for Witness.

22 Vgl. Apg 19,1-7.

23 Diese Formulierung verwendet Menzies, Pfingsten und die Geistesgaben, S. 63, in Anspielung auf James D.G. Dunn, Baptism in the Holy Spirit, S. 93.

24 Vertreter des paulinischen Ansatzes verstehen leider auch weiterhin Lukas von Paulus her und subsumieren den Ansatz des Lukas unter Paulus. Unter Missachtung des spezifischen pneumatischen Ansatzes des Lukas und im Interesse einer Harmonisierung werden evtl. Ansätze eines "Zweistufenschemas" bei Lukas als "Sondergut" deklariert und dem "Normalweg" des Paulus angeglichen, vgl. Siegfried Großmann, Der Geist ist Leben, S. 50-52.

25  Robert P. Menzies, Empowered for Witness, S. 227.

26 Robert P. Menzies, Empowered for Witness, S. 201. Weitere Theologen, die den missionarischen Ansatz des Lukas betonen, sind z.B. French Arrington, The Acts of the Apostles (Peabody, 1988), S. XXXVI-XLII und John Michael Penney, The Missionary Emphasis of Lukan Pneumatology, Sheffield, 1993.

27 Vgl. oben, S. 4-5.

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